von Manfred Greisinger, Aug. 2000

Ich erinnere mich noch gut an jene Frage, von der ich kopfschüttelnd glaubte, ich hätte sie falsch verstanden… Eine junge Frau hatte vor der Gruppe gestanden: "Ich fühle mich nicht gut, verlassen, einsam." Der Gruppenleiter ging jedoch nicht tröstend darauf ein, sondern konterte: "Wer ist dieses ICH, das sich verlassen fühlt, einsam ist? Wer - oder was - redet in diesem Moment, stellt gerade diese Frage?!"
Als Texter von Beruf bin ich gewohnt, präzise Wortbefunde abzugeben. Definition ist alles. Kommunikation kann ja nur stattfinden, wenn die Partner auf gemeinsame Bedeutungsinhalte zurückgreifen. So gemütlich hat sich's der Verstand eingerichtet. Und so verteidigt der "Mind" seine bekannte und vertraute Welt und lässt nur Erklärungen zu, die ihm ins Konzept passen. Doch macht es nicht gerade deshalb mal Spaß - teuflischen Spaß, den allwissenden Verstandesgott auszutricksen?!? Ihn mal bewusst auf's Glatteis zu führen, dass er bewusst-los auf seine siebenmalkluge Schnauze fällt?!
"Satsang ist das Erleben und Verstehen, dass das ICH, für das du dich immer gehalten hast, Illusion ist… Und dass der Spiegel, in dem du dich zu erkennen glaubst, immer schon leer war." Sagt Yod Kolitscher, der "Nicht-Seminartrainer", Reisebegleiter einer Reise ins Nirgendwo… Im Satsang schafft Yod durch seine Präsenz die Voraussetzung und Möglichkeit, dass der Verstand seine …Haltegriffe… verlieren kann. "In einem solchen Moment der Leere erlebt der Suchende selbst die Glückseligkeit des Einsseins mit der Existenz", so Yod. "Ein derartiger Augenblick der Gnade verändert alles."
Ich geb' zu, es gehört eine Menge Mut dazu, ins Leere zu springen. Mittlerweile kann mein Hirnkontrollor schon damit leben, dass es mehr gibt, als er sich je hätte träumen lassen; das, was hier und jetzt - jenseits von Raum und Zeit - unberührt vom Verstand ewig existiert.
Willkommen im Satsang mit Yod im Fluss des Lebens…
Satsang
Seite zuletzt geändert am 13.12.2006 15:31 Uhr
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